Konto ohne deutsche Meldeadresse / Wohnsitz

In den Medien wurde in der Vergangenheit öfter der Begriff „Jedermann-Konto“ oder auch „Konto für jedermann“ verwendet. Gemeint ist damit ein Girokonto, auf das sämtliche Bürger ein Anrecht haben sollen. In Deutschland gab es dieses Recht in der Vergangenheit ab dem Jahre 1909, als der sogenannte Postscheckdienst ins Leben gerufen wurde. In den vergangenen rund 20 Jahren war es allerdings so, dass ab 1995 kein Rechtsanspruch mehr bestand, da in diesem Jahr die Privatisierung der Postbank stattfand. Allerdings gab es zwischenzeitlich dennoch eine Art „Girokonto für jedermann“, zu dem sich die deutsche Kreditwirtschaft jedoch ausschließlich auf Basis einer freiwilligen Selbstverpflichtung geeinigt hatte. Letztendlich handelt es sich dabei allerdings nur um ein Girokonto auf Guthabenbasis, welches zudem in der Praxis durchaus nicht jeder Kunde eröffnen durfte.

Europäisches Parlament beschließt Recht auf Girokonto für jeden EU-Bürger

Eine gravierende Änderung gibt es seit April 2014, denn in diesem Monat beschloss das Europäische Parlament, dass jeder EU-Bürger ein Recht auf ein Girokonto haben müsse. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob ein angemeldeter Wohnsitz vorhanden ist oder nicht, sodass auch EU-Bürger ohne festen Wohnsitz oder eine Meldeadresse das Recht auf ein Girokonto haben. Bisher ist das Girokonto für jedermann allerdings in der Praxis noch nicht vertreten, da die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit haben, eine Umsetzung in ihr nationales Recht durchzuführen. Hierzulande soll es ab dem 1. Januar des kommenden Jahres (2016) so weit sein, dass jeder Bürger auch ohne angemeldeten Wohnsitz ein Recht auf ein Bankkonto hat. Schätzungen zufolge würde dies derzeit im gesamten EU-Raum fast 60 Millionen Bürger betreffen, die bisher kein Girokonto besitzen.

Basis-Girokonto ohne Meldebescheinigung auch für Bürger ohne festen Wohnsitz

Ganz besonders betont wird in der EU-Richtlinie, dass auch solche EU-Bürger ein Recht auf ein Girokonto haben sollen, die keinen festen Wohnsitz nachweisen können. Damit reagiert die EU unter anderem auf die gängige Praxis, dass beispielsweise viele Banken insbesondere Obdachlosen kein Girokonto ohne Meldeadresse gewähren. Hierzulande sind es etwa 670.000 Bürger, die kein Girokonto besitzen, sodass teilweise hohe Gebühren für Bareinzahlungen in Kauf genommen werden müssen. Allerdings beinhaltet das neue Recht auf ein Girokonto für jeden Bürger nicht zwangsläufig, dass dieses Konto kostenlos sein muss. Darüber hinaus werden die Banken ebenfalls nicht dazu verpflichtet, Überziehungen zuzulassen.

Für wen ist das „Girokonto für jedermann“ sinnvoll?

Die weitaus meisten Verbraucher in Deutschland besitzen bereits ein Girokonto, sodass das Recht auf ein derartiges Konto, welches es hierzulande ab 2016 geben soll, ohnehin schon in die Praxis umgesetzt wurde. Interessant ist die neue EU-Richtlinie hingegen insbesondere für mehrere Hunderttausend Bürger, die bisher kein Girokonto besitzen. Diese sollten die Möglichkeit, spätestens ab 2016 ein Girokonto einrichten lassen zu können, auf jeden Fall nutzen. Selbst die Tatsache, dass kein gemeldeter Wohnsitz vorhanden ist, führt nämlich in der Praxis nicht dazu, dass keine Geldgeschäfte getätigt werden. Da die Geschäfte jedoch ohne Girokonto nur in bar erfolgen können, verursacht dies relativ hohe Gebühren und führt zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung. Daher sollten insbesondere Bürger, die bisher kein Girokonto haben, aber dennoch Geldgeschäftige täten müssen, von dem neuen Recht Gebrauch machen.


Ihre Konto ohne deutsche Meldeadresse / Wohnsitz Bewertung, Erfahrungen, Meinungen, Testberichte

Anonymous um  Uhr
Anonymous um  Uhr
Anonymous um  Uhr

Einen Kommentar hinterlassen

Previous post:

Next post: